Samstag, 18. April 2015

KKK 4: Hast du Zeit?


KKK, das steht für Kreativkriegkaskade. In der KKK werden die verschiedensten Leute verschiedenste Texte hinterlassen, die nur durch einen Punkt miteinander verbunden sind: Jeder Text bezieht sich auf ein markantes Wort, eine geschickt formulierte Satzgruppe oder eine interessante Idee eines anderen Textes und setzt diese in einen völlig anderen Kontext.

Auch DU kannst mitmachen (wenn du dich traust)! So hat es auch Flo alias Balpha getan. Vielen Dank!


„Hast du Zeit?“
„Ganz offensichtlich nicht, ich bin ein Photon.“
„Was heißt das?“
„Ich habe keine Zeit, mein liebes Myon.“
„Das kenne ich.“
„Nein, kennst du nicht, du hast eine Masse. Sie vergeht für dich, man sieht wie sie an dir zerrt. Und du wirst aus deiner Sicht normalerweise schon bald in ein Positron und zwei Neutrinos zerfallen.“
„Aus meiner Sicht?“
„Offensichtlich. Für mich vergeht doch keine Zeit.“
„Aber du bewegst dich doch.“
„Durch den Raum. Nicht durch die Zeit.“
„Das erscheint mir paradox.“
„Was ist denn „jetzt“? Ich bewege mich durch den Raum. Und alles was ich beobachte, bleibt stehen, da nichts schneller ist als ich. Alles steht still. Ich kenne keine Zeit.“
„Wie kannst du dann mit mir reden?“
„Du möchtest einen solch zweckmäßigen Dialog in seiner Logik anzweifeln? Ich kann es dir sagen. Du bist, warst...wirst ein Antimyon sein. Du bewegst dich rückwärts in der Zeit. Bewegtest, wirst bewegen. Die Grammatik wird hier ein wenig schwierig. Jedenfalls wurdest du zerstrahlt von deinem Antiteilchen.“
„Dann ist meine Zeit nun knapp.“
„Nein, sie ist gänzlich fort. Willkommen in der Zeitlosigkeit der Lichtgeschwindigkeit.
Dir wird nie wieder langwellig sein.“

Aufgegriffen hat Balpha das Photon aus KKK3.

In ungefähr einer Woche wird Jen ihren Text präsentieren, der auf diesem in irgendeiner Weise aufbaut.

Hat auch dich das KKK-Fieber gepackt? Dann hinterlasse einen Kommentar mit deinem Text und wir werden ihn nächste Woche präsentieren. Es gibt nur einen Punkt zu beachten: Beziehe dich auf ein markantes Wort, eine geschickt formulierte Satzgruppe oder eine interessante Idee und setze diese in einen völlig anderen Kontext.

Wir sehen uns in der KKK 5!

Samstag, 11. April 2015

KKK 3: Das alte Photon

KKK, das steht für Kreativkriegkaskade. In der KKK werden die verschiedensten Leute verschiedenste Texte hinterlassen, die nur durch einen Punkt miteinander verbunden sind: Jeder Text bezieht sich auf ein markantes Wort, eine geschickt formulierte Satzgruppe oder eine interessante Idee eines anderen Textes und setzt diese in einen völlig anderen Kontext.

Auch DU kannst mitmachen (wenn du dich traust)!


Das alte Photon

Ein Photon hat viel zu bieten; Lieder und Geschichten wurden über seine Art geschrieben, ganz zu schweigen von den Wissenschaftlern, die ihrer Erforschung ihr Leben widmeten.

Ein Photon selbst merkt davon allerdings nicht viel. Es sieht nur sich selbst, schwingt zur eigenen Freude mal in jene und dann in eine andere Richtung, und breitet sich dabei durch den Raum aus.

Wie jenes alte Photon, das einen besonderen Spaß daran gefunden hat, mithilfe seiner Schwingungen zu zählen, wie lange es von einem Ende des Spiegelraumes zum anderen braucht. Dort wird es reflektiert und tritt den Rückweg an.

Ein simples, ein einfaches Leben - wenn da nicht dieses Problem wäre: Jedes Mal, wenn das Photon den Raum durchquert, braucht es eine Schwingung länger als noch zuvor. Es hat genau gezählt und ist sich sicher. Nur was soll es davon halten?

Ein Physiker hätte ihm vielleicht eine starke Gesundheit attestiert, wäre es doch auf gleichem Raum zu mehr und mehr Bewegung fähig. Es selbst allerdings zweifelt an sich. Wo soll das auch hinführen, wenn es mit dem Kraftaufwand einer ganzen Schwingung irgendwann nur noch einen verschwindend geringen Bruchteil der ursprünglichen Strecke zurücklegen würde?

Die Schlussfolgerung ist bitter: "Ich werde alt. Ich werde schwach. Wo bleibt da der Sinn?" Diese Gedanken wachsen mit jeder Schwingung, bis es sich entscheidet, gar nicht mehr zu schwingen.

Es bleibt einfach stehen.

Ein kleiner, leuchtender Punkt, der sich nicht mehr für den Raum interessiert - den Raum, dessen Grenzen von einem kleinen Dämon im alten Takt des Photons um jeweils eine Wellenlänge ausgedehnt werden.


Aufgegriffen hat Styx den sich ausdehnenden Raum aus KKK2.


In ungefähr einer Woche wird Jen ihren Text präsentieren, der auf diesem in irgendeiner Weise aufbaut.

Hat auch dich das KKK-Fieber gepackt? Dann hinterlasse einen Kommentar mit deinem Text und wir werden ihn nächste Woche präsentieren. Es gibt nur einen Punkt zu beachten: Beziehe dich auf ein markantes Wort, eine geschickt formulierte Satzgruppe oder eine interessante Idee und setze diese in einen völlig anderen Kontext.

Wir sehen uns in der KKK 4!

Samstag, 4. April 2015

KKK 2: Wie aus dem Nichts

KKK, das steht für Kreativkriegkaskade. In der KKK werden die verschiedensten Leute verschiedenste Texte hinterlassen, die nur durch einen Punkt miteinander verbunden sind: Jeder Text bezieht sich auf ein markantes Wort, eine geschickt formulierte Satzgruppe oder eine interessante Idee eines anderen Textes und setzt diese in einen völlig anderen Kontext.


Wie aus dem Nichts

Der Raum dehnt sich aus. Der rote Ball darin wabert, wächst, wird warm. 
Wut. 
Hitze staut sich an, will irgendwohin. Dann platzt die Naht, und der Ball verteilt sich in alle Richtungen. Es ist, als würde ein gellend lauter Schrei manifestiert, wie ein Sekunden überdauerndes Monument des Hasses. Als würde ein Stern in einer Supernova verenden. Und trotzdem fühlt es sich so lebendig an; als wäre etwas freigegeben worden, das viel zu lange im Dunkeln lag. Wie ein Kratzen im Hinterkopf, wie geschmolzenes Gestein in einer Magmakammer.
Dem Ärger Luft machen, damit er atmen kann. Die Wut wird zu einem wilden Tier, das man versehentlich von der Leine gelassen hat. Dieses Tier wieder einzufangen ist zwecklos, denn man will es gar nicht zurück.


Aufgegriffen hat Jen "Ärger Luft machen" aus KKK1.

In ungefähr einer Woche wird Styx seinen Text präsentieren, der auf diesem in irgendeiner Weise aufbaut.

Hat auch dich das KKK-Fieber gepackt? Dann hinterlasse einen Kommentar mit deinem Text und wir werden ihn nächste Woche präsentieren. Es gibt nur einen Punkt zu beachten: Beziehe dich auf ein markantes Wort, eine geschickt formulierte Satzgruppe oder eine interessante Idee und setze diese in einen völlig anderen Kontext.

Wir sehen uns in der KKK 3! 

Montag, 23. März 2015

KKK 1: Eine Frage der Wahrnehmung

Styx (euphorisch):
KKK, das steht nicht für den Ku-Klux-Klan und auch nicht für den Kleriker-Kampfkolben, sondern für die Kreativkaskade, die ab heute hier im Kreativkrieg sprudeln wird sozusagen eine KKKKK.

Jen (dreht langsam den Kopf nach links und rechts):
Styyyyx, aus!

Styx (erfreut):
Oh, Jen schüttelt ihren Kopf über den KKKKK, also hat sie gerade ein KKKKKK ausgeführt, wie kolossal!

Jen (wirft einen Kreis aus dem Zimmer):
Such!

Styx (rennt dem Kreis auf allen Vieren hinterher).

Jen (schaut ihm nach und seufzt vernehmlich):
In der KKK werden die verschiedensten Leute verschiedenste Texte hinterlassen, die nur durch einen Punkt miteinander verbunden sind: Jeder Text bezieht sich auf ein markantes Wort, eine geschickt formulierte Satzgruppe oder eine interessante Idee eines anderen Textes und setzt diese in einen völlig anderen Kontext.

Styx (kommt wieder, er kaut auf dem Kreis):
Tlnhmn drf jdr, dr mcht!

Jen (schüttelt schon wieder den Kopf):
Genau, teilnehmen darf jeder, der möchte. Schreibt eure Texte einfach in den Kommentarkasten. Woche für Woche gibt es dann neue Texte, auf die man aufbauen kann darunter stets einer von mir oder Styx.

Styx (hat aufgegessen und nickt bestätigend):
Mein Text wird der erste sein. Ich freu mich schon auf nächste Woche!


Eine Frage der Wahrnehmung
 
»Sie ist meine beste Freundin!«, sprach Ariane im Brustton der Überzeugung, und weiter: »Wir teilen alles miteinander, es ist fast so, als wären Enaira und ich dieselbe Person.«

Ein paar Tage später besuchte sie Enaira, und was musste sie hören? »Er hat mich einfach so verlassen!« Das war natürlich tragisch und musste besprochen werden, doch gab es auch Schlimmeres auf der Welt, denn schließlich meinte Enaira nach einer Weile: »Ich komm schon damit klar.«

Zufrieden ging Ariane, sie hatte ihre Freundschaft bewiesen und Mitleid war besser, als selbst zu leiden.

Eines anderes Tages bekam sie Besuch von Enaira, und was musste Ariane ihr erzählen? »Er hat mich einfach so verlassen!« Das war natürlich tragisch und musste besprochen werden, doch konnte Enaria es nicht vollständig verstehen, denn so viel war geschehen und noch viel mehr hatte sich in Arianes Kopf abgespielt, also meinte Ariane nach einer Weile: »Ich komm schon damit klar.«


Als sie wieder allein war, konnte Ariane ihrem Ärger Luft machen. »
›Beste Freundin‹ schimpft sie sich, doch was ist? Hat ein Leben ohne wirkliche Probleme, meint mich trösten zu können und weiß doch gar nicht, dass bei mir alles viel schlimmer ist!

Merkt das dumme Huhn denn gar nichts?«




In ungefähr einer Woche wird Jen ihren Text präsentieren, der auf diesem in irgendeiner Weise aufbaut.

Hat auch dich das KKK-Fieber gepackt? Dann hinterlasse einen Kommentar mit deinem Text und wir werden ihn nächste Woche präsentieren. Es gibt nur einen Punkt zu beachten: Beziehe dich auf ein markantes Wort, eine geschickt formulierte Satzgruppe oder eine interessante Idee und setze diese in einen völlig anderen Kontext.

Wir sehen uns in der KKK 2!